www.dieSittichseiten.de
  meine private Webseite über Sittiche und Papageien
Links | Kontakt | Gästebuch | let's connect | Hinweise   


"Wie man seine gefiederten Freunde vor Schaden bewahren kann."







 
 

Gefahren 

Nahrungsmittel / Gefahrenzone Küche / weitere Gefahren

Nachdem ich bereits beschrieben habe, wie ich unser Vogelzimmer auf mögliche Gefahrenquellen gecheckt und diese behoben habe, möchte ich das Thema Gefahren noch ein wenig vertiefen. Aber folgendes muss als erstes an dieser Stelle erwähnt werden: auch bei allen Sicherheitsmaßnahmen sollte man die Tiere nie für längere Zeit außerhalb ihrer Voliere/Käfig unbeaufsichtigt lassen! Es kann sich nämlich unerwartet eine Situation ergeben ( Flugunfall, Vogel bleibt mit den Krallen hängen), in welcher der Vogel schnell unsere Hilfe benötigt und somit ein rasches Eingreifen erforderlich ist, denn selbst ein mit Putzwasser gefüllter Eimer kann zur Gefahr werden. Besonders Kakadus und Aras besitzen ein ausgeprägtes Nagebedürfnis, aber ebenso Graupapageien, Wellensittiche und viele anderen wollen in ihrer Neugier und ihrem Erkundungstrieb Neues erschließen. Häufig handelt es sich auch um Jungtiere unter 3 Jahren. Diese Erkenntnis sollte ganz besonders auch bei der Auswahl der Zimmerpflanzen im Vordergrund stehen, es dürfen nur solche Pflanzen gewählt werden, die mit Sicherheit nicht giftig sind.

Nahrungsmittel

Ein Großteil der menschlichen Nahrungsmittel ist nicht für Sittiche oder Papageien verträglich, deshalb sollte es tunlichst vermieden werden, dass wir die Tiere bei/von unseren Speisen "mitessen" lassen. Vor allem salzhaltige und gewürzte Speisen sind für sie absolut tabu, da sie "derartige Geschmacksverstärker" nur äußerst schwer wieder ausscheiden können. Die Erklärung dafür findet sich darin, dass Sittiche und Papageien nicht so wie wir schwitzen können, um ihren Körper zu entgiften. Absolut verboten sind auch Schokolade und Avocados und natürlich Alkohol und Koffein  jeglicher Art. Alle vier Lebensmittelgruppen  beinhalten Stoffe, die für die Vögel absolut unverträglich oder giftig sind und zum Tode führen.

Gefahrenzone Küche

Als große Gefahrenzone erweist sich die Küche. Sie ist für Vögel ein Ort voller Gesundheitsrisiken, Verletzungsquellen und tödlicher Gefahren und somit der wohl ungeeignetste Standort für eine Voliere/Käfig, wenngleich es der Raum ist, an dem meist die gesamte Familie zusammenkommt und es dort immer gesellig zugeht. Ich beginne mit den Gefahren, die recht offensichtlich erscheinen:

  • heiße Herdplatten sowie deren Kochgeschirr ( Töpfe, Pfannen…) kann an den Füßen schwerste Verbrennungen verursachen. Auch deren Inhalt, seien es heiße Flüssigkeiten oder Fette, führen selbst bei kurzem Kontakt zu schlimmsten Verbrühungen. Selbst beim Durchfliegen der vom Dampf hochsteigenden Luftschwaden können die Lunge eines Vogels schwer schädigen, ebenso werden die Augen in Mitleidenschaft gezogen.

  • auch heiße Speisen auf dem Esstisch , an denen die Tiere mitessen möchten, können zu tückischen Fallen werden.

  • Spülwasser, dessen Seifenschaum für die Vögel wie ein feste Oberfläche wirkt und sie animiert, darauf zu landen, lässt sie innerhalb kürzester Zeit zu Tode kommen. Ebenso Trinkgefäße, in die ein Vogel ( gerade kleinere Arten wie Wellensittiche! ) beim Versuch vom Rand aus zu Nippen rutschen kann, lassen ihn innerhalb kürzester Zeit ertrinken, da das Tier meist derart unglücklich im Gefäß steckenbleibt, dass es sich nicht mehr von selbst schnell genug befreien kann.

  • ferner sind natürlich diverse Küchengeräte zu jeder Zeit als gefährlich anzusehen, als da wären: Toaster, Häcksler, Backofen, Mikrowelle, Geschirrspülmaschine, Kühlschrank etc. . Hierbei besteht überall die Gefahr, eingesperrt zu werden oder auch extreme Verletzungsgefahr. Dies gilt ebenso für offen herumliegende Küchenmesser oder aber andere scharfe, spitze Gegenstände.

  • selbst eine harmlos wirkende Küchenrolle kann für einen neugierigen, kleineren Sittich gefährlich werden, wenn diese beim Versuch hineinzukriechen ins Wanken gerät und umstürzt. Besonders gefährdet sind dabei brutlustige Weibchen auf der Suche nach einer Nistgelegenheit.

  • Vorsicht mit sämtlichen Putzmitteln walten lassen (Spülmittel, Kalkreiniger…), wenn das eine oder andere doch einmal geöffnet in Anwesenheit der Tiere herumsteht.

Weniger offensichtlich sind die Gefahren, die man nicht sehen kann: Dämpfe
Vögel besitzen, da sie ja fliegen müssen, ein ausgeklügeltes Atmungssystem, das sowohl aus Lunge als auch aus mehreren Luftsäcken gebildet ist. Ihre Atemfrequenz ist etwa 6 mal höher (pro Minute) als die des Menschen. Folglich werden auch Schadstoffe besonders schnell in den Blutkreislauf übergehen und der Tod durch giftige Gase kann binnen Minuten eintreten. Derart giftige Dämpfe entwickeln sich bei sog. antihaftbeschichteten Koch-und Backutensilien ("Teflon"). Diese können beim Erhitzen zwar für den Menschen nicht gesundheitsschädliche chemische Substanzen an die Atemluft abgeben, für Vögel kann dieselbe Menge allerdings tödlich sein! Weitere Produkte mit einer derartigen Antihaftbeschichtung sind Pfannen, Waffeleisen, Raclette-und Fondue Sets, Sandwichmaker, Backbleche, Kuchen-und Backformen oder auch manche Kochtöpfe.
Als Fazit des Themas Gefahrenquelle Küche sollte für jeden verantwortungsvollen Vogelhalter eines klar geworden sein: die Küche ist der wohl ungeeignetste Ort um hier seine Vögel dauerhaft unterzubringen. Bitte konsequent daran halten, dass die Krummschnäbel beim Kochen, Backen Spülen oder bei Reinigungsarbeiten mit Putzmitteln zu ihrer eigenen Sicherheit nicht dabei sein dürfen. Auch beim Essen – insbesondere heißer Speisen- ist es ratsam, ihnen keine Anwesenheit zu gewähren. Ihr Küchenaufenthalt muss stets mit Argusaugen überwacht werden, da niemals die Neugier eines Vogels auf Entdeckungstour unterschätzt werden darf.

Weitere Gefahren


Natürlich ist auch in anderen Zimmern immer mit einer Gefährdung der Vögel zu rechnen, wenn diese ihren Halter dorthin begleiten. Sollte man seine Tiere mit ins Badezimmer nehmen, folgende Gefahrenquellen absichern wie z.B. : Toilettendeckel schließen, Waschmaschine/Wäschetrockner schließen , Vorsicht beim Heizstrahler falls vorhanden … usw.

Vorsicht ist auch geboten, wer einen Deckenventilator betreibt, diese haben meist kein Schutzgitter und sind somit äußerst gefährlich für Freiflieger!!!

Nochmal ein kleines Resümee:

  • offene Schranktüren um ein Einsperren oder einklemmen zu vermeiden geschlossen halten

  • Schränke oder Kommoden dürfen keinen Spalt zur Wand haben, in den die Vögel hinunterrutschen könnten; auch offene Spalte hinter Heizkörpern können neugierige Sittiche zum Hinunterklettern verleiten.

  • gekippte (natürlich auch offene) Fenster nur mit Riegelvorrichtung (siehe Unterbringung)

  • spitze oder scharfe Gegenstände und gefährlich werdende Accessoires (Kerzen...) entfernen

  • Türen mit Türstopper versehen

  • elektrische Kabel abdecken oder gut isolieren

Vorsicht walten lassen beim Einsatz diverser Sprays wie z.B. Imprägniersprays, Haarsparys, Deosprays, Reinigungssprays, Parfüms oder auch bei manchen Raumluftverbesserern, diese können schädliche Substanzen freisetzen.

Weitere Gifte sind die  sog. Aromaten. Diese bzw. aromatische Verbindungen sind eine große Gruppe chemischer Stoffe, die in sehr vielen natürlichen und künstlichen Produkten vorkommen. So z.B. Autogase, Lösungsmittel, Klebstoffe und verschiedene Plastikprodukte, aber eben auch wie schon erwähnt Duftstoffe in Raumsprays oder Duftkerzen.

Vorsicht bei manchen Glühbirnen von Rotlichtlampen und Bügeleisen, sie können mit einer Teflonbeschichtung überzogen sein.

Ferner sollte man in Raucherhaushalten darauf achten, dass Sittiche nicht mit Nikotin in Kontakt kommen. (Zigaretten, Zigarren, Pfeife). Die meisten Halter wissen möglicherweise gar nicht, welche Auswirkungen der Zigarettenqualm auf die Gesundheit unserer Krummschnäbel hat. Über eine Schädigung der Atemwege durch das Nikotin sind sich zwar die meisten bewusst, aber  beim Nikotin handelt es sich auch um ein sog. Kontaktgift für die Vögel, indem sich der Zigarettenqualm auf dem Gefieder niederschlägt und der Vogel bei der Gefiederpflege das Nikotin zwangsläufig aufnimmt.

Bei Renovierungsarbeiten (z.B. Tapezieren, Malen...) sollten die Tiere sich entweder nicht im Zimmer aufhalten oder man muss auf eine sehr gute Belüftung (es darf aber keine Zugluft entstehen) sorgen um zu verhindern, dass die Vögel entstehende Dämpfe/Ausdünstungen einatmen. (vor allem frisch verlegter PVC Bodenbelag, Fliesenkleber)

Achtung: Gefährliche Dämpfe entstehen auch bei jeder Art von Kabelbrand oder beim Verschmoren von Plastikteilchen in einem defekten elektrischen Gerät!

Um Unfälle oder Verletzungen zu vermeiden, sollte man bei allen Arbeiten stets daran denken, dass sie für die Krummschnäbel gefährlich sein können (Nähen, Basteln, Bügeln). Die Tiere können daraus resultierende Gefahren nicht instinktiv richtig einschätzen, auch wenn dies von vielen Menschen angenommen wird.

Bei allen Metallgegenständen grundsätzlich darauf achten, ob sie Zink oder Blei enthalten könnten, diese dann absolut außer Reichweite der Vögel halten. (Anmerkung: Aluminium, Gold Silber oder Edelstahl sind ungiftig) Vergiftungsgefahr lauert bei der oralen Aufnahme von Metall.

Blei Zink
- Tiffanylampen
- Lötstellen von Elektroartikel
- diverse Kettenglieder (Baumarktketten)
- Lametta
- Gardinenbänder (sehr häufig!!!)
- Batterien
- Anglerblei
- Bleihaltige Farben
- Bleigießereien an Silvester
- galvanisierter Draht
- Schrotkügelchen
- Lavasteine
- bleihaltige Kitt- und Putzarten
- Bleischmuck (oft auf Kleidung)
- bleihaltiges Spielzeug (Glockenschlegel)

- zinkhaltige Salben
- verzinkte Volierendrähte
- Käfiggitter
- Futter-und Trinknäpfe
- Wasseranschlüsse
- Arbeitsgeräte für Haus und Garten
- verzinkte Gießkannen
- Blumenübertöpfe
- Zierschalen
- exotischer Schmuck
- Reisesouvenirs
- Verdrahtung von Sektkorken
- Rahmen von Bildern , Spiegeln
- Lampengestelle
- Münzen


Zum Abschluss: Sollte ein Sittich oder Papagei sich dennoch an etwas zu schaffen machen, was giftig sein könnte oder man findet derartige angeknabberte Gegenstände, bitte nicht Zögern und unverzüglich  einen Vogelarzt aufsuchen!

   
 

 

nach oben | zurück | Startseite Links | Kontakt | Gästebuch | let's connect | Hinweise