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"APS - Auffangstation für Papageien und Sittiche."







 
 

Besuch in der APS  (Auffangstation für Papageien und Sittiche/ Schweiz)

Anfang des Jahres 2012 bin ich beim Googeln nach Papageien bzw. Sittichseiten auf die Webpage der APS in Matzingen / Schweiz gestoßen und habe mir die verschiedenen Rubriken einmal etwas genauer angesehen. Die APS hat sich mehrere Schwerpunkte zum Ziel gesetzt, so sieht sie ihre Hauptaufgabe auch darin, beratende Funktion bei Problemen zwischen Vogelhalter und Vogel zu übernehmen. Sie wendet sich hauptsächlich an aktive Papageienhalter, aber auch an diejenigen, die den Wunsch nach einer Papageienhaltung hegen. Sie möchte das Bewusstsein für eine tiergerechte Haltung stärken, daher wird auch ein Besuch der Auffangstation (nur mit Voranmeldung) vor dem Erwerb eines Vogelpaares empfohlen. Ferner bietet sie folgende Angebote an.

  • Auf Wunsch können Vögel auf Lebzeiten in der APS aufgenommen werden, diese werden allerdings nur dann nicht mehr weitervermittelt, wenn der Halter  jährlich für die Unterhaltskosten aufkommt.

  •  Vögel können der APS zur Weitervermittlung abgetreten werden (jedoch werden nur Paare abgegeben bzw. Einzelvögel zu einem Vogelpartner)

  •  Die Partnervermittlung ermöglicht einem einzeln gehaltenen Vogel die Chance, einen neuen Vogelpartner zu finden

  • Es gibt eine Urlaubsbetreuung für die Vogelhalter, die keinen geeigneten „Vogelsitter“ finden.

Aus meiner Sicht erschienen die Grundsätze der Station sehr vernünftig, deshalb habe ich mir die Bedingungen für die Übernahme einer Patenschaft auch durchgelesen und es dann erst einmal darauf beruhen lassen. Der Gedanke an eine Patenschaft hat mich allerdings nicht mehr losgelassen und nach ein paar Tagen Bedenkzeit und weiteren Recherchen (eine Patenschaft für einen Papagei kostet jährlich 200 sFr. , für einen Sittich 100 sFr.) stand für mich fest, dass ich Patin werden wollte. Im Folgenden habe ich mich dann erst einmal telefonisch mit Herrn Kuster in Verbindung gesetzt, den Rest haben wir über Email abgehandelt. So bekam ich eine lange Liste mit Vögeln, die alle noch einen Paten suchten. Meist werden für einen Vogel auch mehrere Patenschaften vergeben, denn ein Vogel kostet für den Verein pro Jahr etwa 700 sFr. Bei der Vielzahl an Kandidaten war guter Rat teuer. Für wen sollte ich mich denn nur entscheiden. Letztendlich habe ich meine Wahl nach dem angegebenen „Geburtsjahr“ getroffen. Gelbscheitelamazone Laura 4 ist Jahrgang 1967 und somit fast so alt wie ich. Sie ist sage und schreibe nur ein Jahr jünger als ich und oft frage ich mich, was sie wohl schon alles in ihrem Leben erlebt hat. Auf meine Nachfrage hat mir Herr Kuster geschrieben, dass Laura 4 trotz ihres Namens männlichen Geschlechts ist, denn die den Vögeln vertrauten Namen würden beibehalten, wenn sie in der APS aufgenommen werden. Sind nun mehrere Vögel mit demselben Namen in der Station wird einfach durchnummeriert. Laura 4 habe sich gut in einem kleinen Schwarm integriert.

Mitte Mai erhielt ich dann eine Einladung der APS zum sog. „Patentag“ am 2.Juni von 11°°bis 15°°Uhr. An diesem Tag sind all diejenigen eingeladen, welche eine oder mehrere Patenschaft/en übernommen haben, ihren Vogel zu besuchen oder kennenzulernen. So brachen wir am Samstag gegen 10°° Uhr in das ca. 170 km weit entfernte Matzingen auf. Nach gut zwei Stunden Fahrt ( mit Pause) hatten wir unser Ziel erreicht.

Als erstes betraten wir einen kleinen Vorraum, in welchem dutzende vorbereitete kleine und aber auch sehr große Spielzeuge hingen, die alle dem einen Zweck dienten: Beschäftigung und Schreddern ( leider haben wir es versäumt hiervon ein Foto zu machen ). Fritz , ein Helfer, der schon seit vielen Jahren in der Station tätig ist, erklärte uns dann, dass Tierfreunde die Station mit „Materialien“ wie geflochtenen Körben/Wäschekörben, Kartons, Weinkorken, Eierkartons oder Tannenzapfen u.v.m. versorgen , aus welchen er dann die Spielzeuge für große und kleine Papageien zusammenbaut. Sicherlich ist das eine oder andere Spielzeug auf einem Foto in der Fotogalerie unten zu sehen.
Dann ging es in den ersten Raum mit Voliere. Dort erwarteten uns eine größere Voliere – in dieser war auch Laura 4 untergebracht, in einem Schwarm unterschiedlichster Arten, aber man konnte eindeutig sehen, dass Laura einen Partnervogel an der Seite hatte – und eine kleinere Voliere sowie vier frei lebende Nymphensittiche (dabei waren auch nicht mehr flugfähige Sittiche). Schon in diesem ersten Raum waren leider auch die „Probleme“ von einigen Abgabevögeln sehr deutlich zu sehen und ihr Anblick tut sicherlich jedem Papageien-und Sittichliebhaber in der Seele weh. Es wurde uns  jedoch auch von vielen Vögeln erzählt, die hier nach ihrer Eingewöhnungsphase die Möglichkeit fanden, ihr "Problem"  abzulegen . Man konnte  auch dicke Freundschaften finden, die so eigentlich eher selten sind, wie beispielsweise ein Fächerpapagei eng aneinander gekuschelt mit einer Gelbscheitelamazone in einer eigenen Voliere.

Im nächsten Raum waren mehrere Volieren untergebracht und hier zeigten einige Papageien sehr deutlich, dass sie auch obwohl sie im Schwarm leben und einen festen Partner haben doch noch sehr den Kontakt zum Menschen suchen, sie kamen sofort ans Gitter geflogen und folgten uns auf Schritt und Tritt und „forderten“ auf diese Weise ein paar kleine Streicheleinheiten ein. Daher ist man in der APS auch sehr bedacht darauf, dass gerade Vögel, die früher einen sehr engen Kontakt zu ihren Haltern pflegten, auch in dieser Hinsicht vom Personal genügend Zuneigung erfahren. Dies wurde mir von Herrn Kuster versichert, den ich hier persönlich (bisher hatten wir ja nur telefonischen oder Email Kontakt) kennenlernen konnte.

Dass sie sich einen engen Bezug zum Menschen erhalten haben, demonstrierte in einem weiteren Raum ein Pärchen Gelbwangenkakadus, manchmal auch sehr lautstark.

Was hinsichtlich der Volierengestaltung unbedingt noch erwähnt werden muss, sind die beinduckenden Urwaldmalereien von Christoph Sommer. Diese schmücken fast jede Volierenwand und wirkten zu Anfang für die Vögel wohl so naturgetreu , dass die ersten , die in die Voliere einzogen, sogar darauf landen wollten.


Wir gingen weiter und wurden im nächsten Raum sofort mit einem freundlichen „Hallo“ begrüßt, denn hier saß schon zur Begrüßung bereit „HUGO“, ein imposanter Gelbhaubenkakadu, der trotz seines deformierten Unterschnabels ein paar Worte für Besucher parat hatte, was offensichtlich auch auf einige seiner Vogelkameraden "abgefärbt" hat. Und sicherlich ist er  zur Zeit einer „ der Stars“ in der Station ist, was die folgenden Kurzfilme belegen


Zum Abschluß unseres Rundganges in der Auffangstation besuchten wir noch einmal die Voliere von Laura 4 und verabschiedeten uns von der Amazone und  ihrem Partnervogel, und als ob die beiden es verstanden hätten, sie verabschiedeten sich auch bei uns lautstark mit einer „Gesangseinlage“

Bevor wir die Rückfahrt antraten, konnten wir uns noch mit Kaffee und Kuchen stärken. Der Besuch der Auffangstation in Matzingen hat mich sehr beeindruckt und wird mir sicherlich immer in Erinnerung bleiben. Auch wenn es mich traurig stimmt, dass es derartige Einrichtungen überhaupt geben muss, so hinterließ die Station bei mir vor allem den Eindruck, dass die Menschen, die dahinter stehen, sich wirklich größte Mühe geben, um dort das Wohl der Tiere in den Vordergrund zu stellen. Es bleibt zu hoffen, dass die Arbeit der APS auch in Zukunft so gut weitergeführt werden kann.


Bei wem jetzt Interesse für die APS geweckt wurde, hier noch ein paar Details über den Verein:

  • Gegründet wurde die APS im Dezember 2003 als Verein.

  • Sie erhält keine Subventionen und finanziert sich ausschließlich über Mitgliederbeiträge, Spenden und Patenschaften.

  • Betreut werden die Vögel durch eine ausgebildete Tierpflegerin in Vollzeit sowie durch zahlreiche freiwillige/ehrenamtliche Helfer/innen.

  • Die Vögel sind (nach einer 6-wöchigen Quarantänezeit) in einem ehemaligen Fabrikgebäude in mehreren großen, hellen Räumen untergebracht. Die größte der darin befindlichen Freiflugvolieren hat eine Länge von gut 10 m.

  • Die APS züchtet nicht mit ihren Vögeln, eine Ausnahme gilt bei bestimmten Arten, deren Zucht zur unmittelbaren Arterhaltung dienlich sein soll.

  •  www.auffangstation.ch 

   
 

 

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